Mal gut, mehr schlecht
„Mal gut, mehr schlecht“ ist ein Bildband der Fotografin Nora Klein, der sich mit der Gefühlswelt von Menschen mit Depressionen auseinandersetzt und eine visuelle Audrucksform für eine unsichtbare Krankheit findet. In diesem Buch war ich verantwortlich für die textliche Ebene (Idee, Konzept, Bearbeitung, Interview).
Du sitzt in deiner Wohnung, siehst die Dinge um dich herum, dann wird das Licht immer weiter heruntergedimmt, du siehst immer weniger, bis nichts mehr da ist: So ist die Depression. Sie ist die absolute Dunkelheit. Das ganze Leben wird ausgeblendet. Wenn Freunde anrufen, gehe ich nicht mehr ran, ich rufe nicht zurück. Ich interessiere mich für nichts. Diese Gleichgültigkeit ist der extreme Tiefpunkt: Man sackt in ein Loch, in ein finsteres, schwarzes Loch. Man steckt in sich selbst drin, in seiner eigenen kleinen Folterkammer. (Mareike)