Warum hab ich ihn denn nicht mehr erzählen lassen. Warum hab ich denn nicht; ich, die ich alle erzählen ließ. Warum hab ich ihn gefragt an einem Tag in den letzten Wochen, und alles, was er da erzählte, floss wie Wasser durch ein Sieb, jedes Wort durch den Abfluss, als dachte ich, da kommt ja immer noch was.
Ich erzähle meiner Schwester von meinen Worten, die die Umrisse meiner Erinnerung sind. Erzähle, dass es Worte gibt, die ich gottgleich auf einen Sockel stelle; selbst Worte, die im Leben gar nicht diese große Bedeutung hatten. Sie sagt: Papa würde dir einen Vogel zeigen.
Beginnt die Geburt mit dem Moment, als die Frau, die ich war, um ein Uhr in der Nacht erwachte? Beginnt sie schon Tage vorher, als sich die Frau mit Blick auf den Bauch sagt: Nein, noch nicht jetzt; nur nicht November, in dem mein Vater starb?
Wir Frauen gebären Kinder und unsere Geburtsgeschichten verschwinden. Sollten wir uns nicht alle viel mehr feiern; den Kindern gratulieren – und den Müttern?